Schweig, Verräter! – Ein US-Whistleblower-Dokumentarfilm (deutsch)

Der nachfolgende Dokumentarfilm wurde für Arte gedreht. Im Begleittext heißt es:

Whistleblower packen aus. Nicht über die brisanten Geheimdienst­informa­tionen, die sie öffentlich machten, sondern über ihr Schick­sal als „Verräter“ und ange­klagte Straftäter. Weil sie die Wahrheit sagten, stehen sie nun am Pranger. In ihrer Geschichte spiegelt sich das Bild einer panischen politi­schen Praxis der USA im Kampf gegen den internationalen Terror.

Für mich ist der Dokumentarfilm etwas zweischneidig. Er enthält zwar viele Informationen, könnte aber auch dazu dienen, Geheimnisträger als potentielle Whistleblower vom Handeln, vom Veröffentlichen brisanten Materials abzuhalten.

Inhaltlich fand ich spannend, welche Informationen er über die NSA in Bezug auf 9/11 ( Terroranschlag auf die Twin-Towers) liefert. 9/11 war für die NSA ein „Geschenk des Himmels“. Gruselig waren die beiden Alternativen in der Begründung des NSA-Versagens im Vorfeld des Terroranschlags. Bei der vorhandenen Datenlage hätte die NSA im Vorfeld handeln müssen. Die erste Alternative, das ist die Stümper-Variante, wirft kein gutes Bild auf die NSA. Die zweite Begründungsalternative liest sich noch schlimmer. Im Gegensatz zur Stümperversion zeigt die des bewußten Verschweigens in Verbindung mit dem anschließenden Ausbau der eigenen Macht ein hohes Maß an staatlicher krimineller Energie, die man durchaus als Staatsterrorismus bezeichnen kann.

Kleiner Exkurs am Rande: Hierzulande will die „Staatsterroristin“ Ursula von der Leyen (CDU) die Bundeswehr im Innern einsetzen, gegen wen eigentlich? Der münchner Amokläufer jedenfalls war ein Einzeltäter und die [Update 2020-07-09: Link zur münchner Abendzeitung inzwischen erlosen] Langwaffenträger waren wer (Terroristen jedenfalls nicht)? Was ist aus der Berichterstattung hierzu eigentlich geworden?

Von der CIA erwartet man nichts nichtkriminelles mehr. Trotzdem sollte die Gewöhnung an CIA-Abscheulichkeiten und deren Folterpraktiken nicht den Blick darauf vernebeln, dass unter dem (sogenannten) Friedensnobelpreisträger Barack Obama die Verfolgung von Whistleblowern in den USA verschärft wurde:

Wenn Ihr mit dem Dokumentarfilm durch seid, zeichnet bitte die Petition von Amnesty International gegen die Gesetzesänderung, dass der BND zukünftig gleich ganze Telekommunikationsnetze überwachen sollen darf.  Hinweis: Allerdings ist ein Protest, der sich nur auf das Ausfüllen von online-Petitionen beschränkt, in aller Regel folgenlos. Es gilt, mehr zu tun.

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